diana gabaldon

historische Romane bzw Romane jeder Art und Liebesschnulzen *Grins*

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diana gabaldon

Beitragvon Pea am 10.12.2003 23:50

nun - einige hier lesen diese wälzer ja schon, manche wissen aber nicht, dass es tatsächlich mehrere zusammenhängende teile gibt. von daher hier mal ein kurzer abriß über die highland-saga.

ich hatte jetzt übrigens keine plan, ob ich das unter historische romane oder liebesschnulzen eintragen solle. ist irgendwie ne historische liebesschnulze!! :haha:




"Feuer und Stein"
Liebe, Leidenschaft und Abenteuer: darum geht es hier. Durch den historischen Hintergrund in den schottischen Highlands des Jahres 1743 ist es aber mehr als die kitschige Liebesgeschichte, die man erwarten würde.
Die englische Krankenschwester Claire verbringt mit ihrem Mann Frank Randall die zweiten Flitterwochen nach dem Ende des zweiten Weltkrieges in Schottland. Frank nutzt die Zeit, um nach seinen eigenen Ahnen zu forschen, insbesondere nach Captain Jack Randall. Durch die magischen Kräfte eines Steinzirkels reist Claire 200 Jahre zurück in der Zeit, ohne erstmal genau zu wissen, was eigentlich mit ihr geschehen ist. Dort wird sie von Mitgliedern des Clan MacKenzie gefunden, lernt Jamie, einen fahnenflüchtigen Schotten kennen und wird von den Männern mit nach Schloss Leoch genommen, bis entschieden ist, was mit ihr geschehen soll. Als Engländerin ist sie im Schottland dieser Zeit nicht gerade gern gesehen und wird unter anderem der Spionage und Hexerei verdächtigt. Ihre Kenntnisse als Krankenschwester verschaffen ihr jedoch Respekt und sie richtet sich ihr Leben ein. Nach einer erzwungenen Heirat mit Jamie befinden sie sich auf der ständigen Flucht vor Captain Randall, der ein weitaus schlimmerer und brutalerer Zeitgenosse ist, als es die Geschichtsschreibung aufgezeichnet hat. Und dann ergibt sich die Möglichkeit, in ihre eigene Zeit zurückzukehren und Jamie zu verlassen.
Gut recherchierte historische Romane sind fast immer lesenswert. Sie führen einen in eine unbekannte Zeit, die man sich normalerweise nur schwer vorstellen kann. Durch den Zeitsprung von Claire begibt sich der Leser zusammen mit der Heldin in die neue Welt und entdeckt gleichzeitig die Gewohnheiten, Lebensweisen und Traditionen der Highlander. Das macht es besonders interessant. Und man fragt sich automatisch, ob man selber zurückkehren oder bleiben würde. Dazu kommen dann noch spannende Abenteuer und (natürlich) eine große Liebesgeschichte. Das richtige für lange dunkle Winterabende!



"Die geliehene Zeit"
Am Ende des ersten Teils 'Feuer und Stein' war Claire Randall schwanger und hatte sich entschlossen, bei Jamie Fraser im Jahr 1744 zu bleiben. Der zweite Teil beginnt 1968, Claires Tochter Brianna ist 20 Jahre alt und man weiß ziemlich schnell, dass sie irgendwann einmal zurück in ihre eigene Zeit gegangen sein muss. Aber wann und unter welchen Umständen? Die Frage, was sie dazu gebracht haben kann, Jamie zu verlassen, hält einen über 900 Seiten lang in Atem.
Der verzweifelte Versuch, die Schlacht von Culloden zu verhindern, bei der die Highlander um Charles Edward Stewart eine vernichtende Niederlage einstecken mussten, bringt Claire und Jamie erst nach Frankreich an den Hof des Königs und schließlich wieder in die geliebten Highlands zurück. Sie werden in Intrigen verwickelt, müssen um ihr Leben fürchten, ihre eigenen Ziele verfolgen, ohne als Verräter entdeckt zu werden, und letztendlich eine schwere Entscheidung treffen.
Wie schon im ersten Teil wird die Geschichte hervorragend erzählt und man erhält einen detaillierten Einblick in das Leben im 18. Jahrhundert. Die Wortgefechte zwischen Claire und Jamie sind witzig wie eh und jeh und das Ende verlangt nach einer großen Packung Taschentücher. Vor allem macht es wahnsinnig neugierig auf den dritten Teil 'Ferne Ufer'.
Die große Frage, die dieses Buch aufwirft, ist, ob es wirklich möglich ist, die Geschichte zu verändern, oder ob das Schicksal nicht doch immer einen Weg findet, die Dinge so stattfinden zu lassen, wie sie sein sollen.



"Ferne Ufer "
Als Claire erfährt, dass Jamie die Schlacht bei Culloden überlebt hat und sie ihn wiedersehen könnte, wenn sie wieder durch den Steinkreis zurückgehen würde, muss sie sich zwischen der Liebe ihres Lebens und ihrem Kind entscheiden. Aber da Brianna mittlerweile alt genug ist, um alleine zu bleiben, fällt die Entscheidung nicht allzu schwer. Für Jamie ist es natürlich ein Schock, nach 20 Jahren wieder mit seiner Frau konfrontiert zu werden. Stück für Stück erfährt Claire, und damit auch der Leser, was Jamie in den 20 Jahren getan hat ... und einige der Geschichten machen Claire nicht besonders glücklich. Aber in altbekannter Manier kommen Jamie und Claire auch über diese Schwierigkeiten hinweg, verlassen dabei Schottland, reisen übers Meer bis nach Jamaika und finden eine neue Heimat. Und immer, wenn man denkt, jetzt ist man auf alles vorbereitet, zaubert Diana Gabaldon eine überraschende Wendung herbei, die wieder dafür sorgt, dass man das Buch nicht aus der Hand legen kann.
Im Mittelpunkt des dritten Teils stehen Beziehungen: die von Mutter und Tochter und von Mann und Frau. Claire und Jamie sind 20 Jahre älter und erwachsener geworden und das zeigt sich auch an den Liebesszenen. Gerade sie werden um einiges freier und 'detaillierter' beschrieben. Darüber hinaus geht es um die Frage, was eine Mutter ihrer Tochter mitgeben kann, welche Ratschläge wichtig sind und welchen Einfluss sie ausüben kann. Vor allem, wenn die Mutter weiss, dass sie ihre Tochter nie wiedersehen wird. Doch es ist auch schon klar, dass der vierte Teil "Der Ruf der Trommeln" gerade in dieser Beziehung ein paar Überraschungen bieten wird.



"Der Ruf der Trommel "
Die Geschichte geht weiter: am Ende des dritten Teils "Ferne Ufer" landeten Claire und Jamie in Amerika. Jetzt versuchen sie dort, sich eine neue Existenz zu schaffen, ein Haus zu bauen und zu überleben. Möglichst weit weg von den Schlachtfeldern des Unabhängigkeitskrieges der, wie Claire weiß, in ein paar Jahren über das Land hereinbrechen wird. Als Brianna, ihre Tochter, ebenfalls in die Vergangenheit reist, gibt es eine Menge neuen Komplikationen.
Zu Beginn des Romans habe ich ein wenig das vermisst, was den Charme dieser Geschichten ausmacht: wie eine Frau aus dem 20. Jahrhundert im 18. Jahrhundert zurechtkommt und welche Schwierigkeiten sie dabei hat, wenn beide Welten aufeinanderprallen. Anfangs ist "Ruf der Trommeln" nämlich nicht mehr und nicht weniger als die Geschichte einer Familie, die einen unbewohnten Landstrich in Amerika besiedelt. Wilde Tiere, Indianer, Winter, Unwetter und Unfälle machen ihnen das Leben schwer.
Aber dann kommt Brianna in die Familie und mit ihr prallen die emanzipierten Vorstellungen einer jungen modernen Frau und die Werte eines Vaters aus den Highlands des 18. Jahrhunderts aufeinander. Die Konfrontation von Vater und Tochter, die sich zum ersten Mal sehen, gibt reichlich Stoff zum Nachdenken. Claire hat sich mittlerweile in der neuen Zeit eingelebt, aber Brianna ist ein echter 'Fisch auf dem Trockenen'. So muss sie z.B. damit klar kommen, dass ihre Verwandtschaft sie als erstes verheiraten möchte, um aus ihr eine ehrbare Frau zu machen.
Wie in jedem Teil gibt uns Diana Gabaldon auch hier einen Einblick in die landestypischen Besonderheiten. In "Ferne Ufer" war es haitianischer Voodoo, hier sind es die amerikanischen Ureinwohner und ihre Rituale. Das bringt Abwechslung in die Geschichten und sorgt auch für einige dramatische Momente. Abgesehen von den erwähnten Längen am Anfang ist auch der vierte Teil wieder spannend, lustig, erotisch und unbedingt lesenswert.



"Das Flammende Kreuz"
Der letzte Satz des 979 Seiten langen Wälzers ist der schönste des ganzen Buches: ""When the day shall come, that we do part," he said softly, and turned to look at me, "if my last words are not 'I love you' - ye'll ken it was because I didna have time." Wer Claire und Jamie kennt, der weiß, dass dieser Satz im Grunde alles über ihre große Liebe aussagt. Und dieser Satz läßt einen am Schluss auch einige der durchaus vorhandenen Längen der Geschichte vergessen. Na ja, vergessen kann man sie nicht gerade, aber das Ende macht doch einiges wieder gut, sodass klar ist, dass man in 2-3 Jahren garantiert auch wieder den nächsten neuen Jamie-und-Claire-Roman kaufen wird.
Ansonsten geht es in diesem Teil vorrangig ums Sterben. Es wird mehrmals beinahe gestorben, gemordet, man plant zu morden und man setzt sich damit auseinander, wie es weitergeht, wenn den Hauptfiguren etwas zustößt. Dazwischen beschäftigt man sich hauptsächlich mit dem Siedler-Leben in Fraser's Ridge und mit all den Anforderungen, die das harte Leben an einen stellt. Im Grunde genommen ist es ein Buch über den Alltag der ersten Siedler. Die Tatsache, dass Claire, Brianna und Roger aus einer anderen Zeit stammen, wird nur noch am Rande gestreift und spielt nur bei Claires medizinischen Fähigkeiten eine Rolle, die natürlich für die damalige Zeit ausserordentlich sind und mit denen sie dem Schicksal einige Male ein Schnippchen schlagen kann.
Leider muss ich ansonsten sagen, dass die Geschichte einiges an Reiz verloren hat. Es werden viele kleine Handlungsstränge nacheinander aufgenommen und abgearbeitet, die weder die Charaktere noch den Leser richtig weiterbringen. Die Geschichten sind zwar schön und nett zu lesen, aber man wartet eigentlich auf etwas anderes als Siedler-Lagerfeuer-Romantik. Das Buch ist einfach viel zu lang. Am Schluss passieren dann wieder einige Dinge gleichzeitig, die für den nächsten Teil hoffen lassen. Ich glaube nicht, dass man diesen Teil unbedingt kennen muss, um den nächsten zu verstehen (obwohl Diana Gabaldon den nächsten Teil ja noch garnicht geschrieben hat - das ist also eine reine Vermutung meinerseits). Der bedingungslose Fan von Claire und Jamie muss ihn aber natürlich trotzdem lesen, ist ja klar.


ich bin grade mitten in teil drei und muss sie - klar doch!! - alle lesen!!!
liebe grüsse,

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Beitragvon Anja am 11.12.2003 11:00

hooo, danke Peee, lies ganz schnell fertig ja??
Dann darfst mir die fehlenden mal ausleihen*g*

Bussi
Ganz liebe Grüße von

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Beitragvon Pea am 11.12.2003 15:26

aber klar doch anja - und schnell lesen ist bei den büchern ja ein klacks. sind ja immer nur zwischen 900 und 1200 seiten!!! :roll:
liebe grüsse,

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Beitragvon Diddlmaus am 28.12.2003 19:19

Uiiiiiiiiiiii es gibt tatsächlich noch mehr die das lesen. Ich habe alle Teile und bestimmt schon 200 mal gelesen. Jamie ist aber auch ein Kerl *schmacht*

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