Teenager-Schwangerschaften

Tipps bei ungewollten Schwangerschaften, Hilfsangebote etc.

Moderator: raulifauli

Teenager-Schwangerschaften

Beitragvon raulifauli am 16.01.2006 11:42

Teenager-Schwangerschaften - Spitzenreiter in Europa ist

Großbritannien, dahinter kommt gleich Deutschland
Von Annette Weber

"Vor kurzem habe ich zum ersten Mal mit meiner Freundin geschlafen. Wir haben nicht verhütet. Jetzt habe ich gelesen, daß ein Mädchen auch schon beim ersten Mal schwanger werden kann." Der 15jährige Christoph ist besorgt und wendet sich per Internet an die Jugendberatung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Zahl der Schwangerschaftsabbrüche bei Teenagern konstant hoch
Abbrüche bei 15- bis 17jährigen Mädchen in Deutschland

Von 1999 bis 2001 ist die Zahl der Abbrüche bei Teenagern um 1650 gestiegen.

Christoph und seine Freundin sind kein Einzelfall. Die Unwissenheit in Sachen Verhütung ist bei Jugendlichen unglaublich groß. Mit zum Teil verheerenden Folgen. Denn immer mehr Minderjährige werden schwanger. Und immer mehr Minderjährige lassen diese Schwangerschaft abbrechen.

Das hat Norbert Kluge, emeritierter Professor für Sexualwissenschaft an der Universität Landau, festgestellt. Seit Jahrzehnten beschäftigt sich der Forscher mit dem Sexualverhalten von Jugendlichen, plädiert für mehr Offenheit und Aufklärung, um ungewollte Schwangerschaften zu vermeiden.

Im europäischen Vergleich steht Deutschland schlecht da. Zusammen mit Rumänien folgt die Bundesrepublik dem europäischen Spitzenreiter in Sachen Teenager-Schwangerschaften, Großbritannien, auf dem Fuß. Ähnlich sieht die europaweite Statistik auch bei den Schwangerschaftsabbrüchen aus.

Je jünger die Mädchen sind, umso eher entscheiden sie sich für einen Schwangerschaftsabbruch. Kluge zufolge stellten zwischen 1996 und 2001 (Ausnahme 1998) die unter 15jährigen den größten Anteil derer, die eine Abtreibung vornehmen ließen.

Und während bei den über 25jährigen Frauen seit 1996 ein Rückgang der Abbrüche zu verzeichnen sei, stiegen diese gerade bei Minderjährigen (vor allem bei unter 15jährigen) in den Jahren 2000 und 2001 merklich an.

Erschreckend: Es gibt inzwischen schon schwangere Grundschülerinnen. 20 Zehnjährige haben im vergangenen Jahr einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen. 1996 tauchte dieses Phänomen in den Unterlagen des Statistischen Bundesamtes noch gar nicht auf.

Unterdessen haben unter 15jährige zwischen 1996 und 2000 jährlich 400 bis 500 Kinder zur Welt gebracht. Ähnlich verhält es sich auch bei den 16- und 17jährigen. Bis zum Jahr 2000 sind die Geburtenzahlen relativ stabil, bei den 16jährigen zwischen 1200 und 1300, bei den 17jährigen zwischen 3000 und 3150.

2001 verzeichneten jedoch alle drei Altersgruppen einen auffälligen Zuwachs. Bekamen im Jahr 2000 noch 4796 Minderjährige in der Bundesrepublik ein Baby, stieg die Zahl innerhalb eines Jahres um 444 auf 5240, so die von Kluge zusammengestellten Daten des Statistischen Bundesamtes.

Ein Grund dafür, daß immer mehr ganz junge Mädchen ungewollt schwanger werden: Die Geschlechtsreife setzt immer früher ein. In Deutschland bekommen Mädchen heutzutage im Durchschnitt mit elfeinhalb Jahren ihre erste Menstruation, erklärt Kluge.

Viele seien sogar schon mit neun oder zehn Jahren geschlechtsreif. Entsprechend früh werden dann auch die ersten sexuellen Kontakte geknüpft. Laut BZgA hatten im Jahr 2001 etwa ein Zehntel der Vierzehnjährigen und ein Viertel der Fünfzehnjährigen bereits Geschlechtsverkehr.

Das erste Mal werde von den meisten Teenagern als ungeplant und spontan empfunden, so Kluge. Zwölf Prozent der Mädchen und 15 Prozent der Jungen (Stand: 2001) gaben an, beim ersten Mal nicht verhütet zu haben. Weit verbreitet, so Kluge, sei noch immer der aus dem Mittelalter stammende Irrglaube, beim "ersten Mal" könne man nicht schwanger werden.

In Belgien sollen Jugendliche bald kostenlos Verhütungsmittel erhalten. Gutscheine für Antibabypillen und Kondome im Wert von drei bis vier Euro monatlich könnten die Teenager bei den Krankenkassen oder Familienberatungsstellen erhalten.

Ob diese Maßnahme auch in Deutschland die Zahl der Teenager-Schwangerschaften senken würde, ist fraglich. Denn der Kenntnisstand der Jugendlichen ist erschreckend niedrig. Kluges Forschungen in den vergangenen Jahren haben gezeigt, daß Jugendliche häufig glauben, über Sexualität und Verhütung gut Bescheid zu wissen. Die faktischen Kenntnisse sind jedoch bei vielen sehr gering und lückenhaft.


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Beitragvon Katrin am 16.01.2006 11:51

Gestern habe ich gelesen, dass in Afrika ein 11jähriges Mädchen zum 2. mal Mutter geworden ist :schock:
Das erste Kind ist 1 Jahr alt.
Nicht alle, die unter dem selben Himmel leben, haben auch den selben Horizont !
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Beitragvon raulifauli am 16.01.2006 11:53

....das hatte ich gestern auch gelesen, muss aber auch sehr frühreif gewesen sein, ich hätte mit 11 noch nicht mal kinder kriegen können bzw wusste nichtmal wirklich wie sie entstehen :grummel:
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Beitragvon Katrin am 16.01.2006 11:58

Ich auch nicht, Agy
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Beitragvon raulifauli am 16.01.2006 12:03

:haha:
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