Ausbleibende Schwangerschaft

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Ausbleibende Schwangerschaft

Beitragvon Katrin am 30.03.2007 21:12

Ausbleibende Schwangerschaft
Hormone als letzte Chance

Kinder sind die Zukunft und für viele Menschen die Erfüllung ihrer Partnerschaft. Doch für rund zwei Millionen Paare in Deutschland bleibt der Wunsch nach Nachwuchs unerfüllt und sie wenden sich Rat suchend an einen Arzt. Generell spricht man von Unfruchtbarkeit, wenn die Frau bei regelmäßigem und ungeschütztem Geschlechtsverkehr im Laufe eines Jahres nicht schwanger wird.

Für Unfruchtbarkeit gibt es viele Faktoren, wie beispielsweise Stress, hoher Alkohol- oder Zigarettenkonsum und Übergewicht. Auch eine vorangegangene hormonelle Verhütung kann Einfluss auf die Fruchtbarkeit der Frau nehmen. Doch selbst bei gesunden Paaren liegt die Wahrscheinlichkeit, dass die Frau innerhalb eines Zyklus schwanger wird, gerade einmal bei 20 bis 30 Prozent.

Aus diesem Grund sollte die Hoffnung nicht so schnell aufgegeben werden. Selbst nach einem Jahr erfolgloser Versuche besteht nach Angaben der Gesellschaft für Familienplanung und Sexualpädagogik "Pro Familia" eine 40-prozentige Wahrscheinlichkeit, auf natürlichem Weg schwanger zu werden. Einem Großteil aller Rat suchenden Paare sei bereits mit einem Urlaub oder anderen Entspannungsmethoden geholfen.

Wenn nichts mehr hilft, helfen Hormone

Bleibt der Kinderwunsch trotz aller physischer und psychischer Entlastung unerfüllt, kann eine hormonelle Stimulation der Frau möglicherweise zum Erfolg verhelfen. Ob eine derartige Behandlung jedoch sinnvoll ist, muss der Arzt im Einzelfall entscheiden. Bei der Behandlung werden so genannte Gondadotropine verabreicht, Hormone, die normalerweise in der Hirnanhangdrüse die Funktion der Eierstöcke oder der Hoden anregen. Dabei werden zwei Arten von Gondadotropine unterschieden: das follikelstimulierende Hormon (FHS) und das luteinisierende Hormon (LH).

Zunächst wird der Frau per Injektion das Hormon FHS verabreicht, das zur Anregung der Eizellreifung und für das Wachstum der als Follikel bezeichneten Eibläschen dient. Die Behandlung beginnt im Normalfall zwischen dem dritten und sechsten Tag des Zyklus. Meist müssen sich Frauen das Hormon täglich per Spritze selbst verabreichen. Zwischen dem achten und dem zehnten Zyklustag wird per Ultraschall und per Blutentnahme die Reife der Eizelle und die Anzahl der Bläschen kontrolliert. Die Überprüfung der Anzahl ist wichtig, um eine Mehrlingsgeburt auszuschließen. Ist der Follikel mit etwa 18 bis 20 Millimetern groß genug, wird mit LH der Eisprung künstlich ausgelöst. Ist das Ei gesprungen, folgt entweder normaler Geschlechtsverkehr oder eine künstliche Befruchtung mit dem zuvor gewonnenen Sperma des Partners.

Als Spritze oder in Tablettenform

Die Eizellreifung kann auch durch so genannte Clomifen angeregt werden. Der Vorteil dieser Behandlung liegt darin, dass sie in Tablettenform verabreicht werden kann. Nach der Einnahme von Clomifen schüttet die Hirnanhangdrüse vermehrt FSH aus. Normalerweise wird das Medikament vom fünften bis zum neunten Tag des Zyklus eingenommen. Bis zu sechs Therapiezyklen mit Clomifen sind sinnvoll, darüber hinaus sinkt die statistische Schwangerschaftsrate so stark ab, dass eine weitere Behandlung wenig sinnvoll ist.

Da es sich bei Gonadotropinen um körpereigene Stoffe handelt, sind Nebenwirkungen eher selten. Bei der Einnahme von Clomifen treten häufig die typischen Wechseljahrsymptome wie Hitzewallungen, Sehstörungen, Kopfschmerzen und Stimmungsschwankungen auf. Auch die Ausbildung von Zysten kommt bei der Behandlung mit Clomifen häufiger vor als mit Gonadotropinen. Die größten Risiken beider Methoden sind die Mehrlingsschwangerschaften und das Überstimulationssyndrom. Bei einer Überstimulation vergrößern sich die Eierstöcke, der Östrogenspiegel erhöht sich und die Thrombosegefahr nimmt zu.

Seit der Gesundheitsreform 2004 übernehmen die gesetzlichen Krankenversicherungen 50 Prozent aller Behandlungskosten. Vorausgesetzt, das Paar ist verheiratet, die Frau zwischen 25 und 40 Jahre alt und der Mann jünger als 50 Jahre. Im Regelfall zahlt die Krankenkasse bis zu drei Versuche. Die psychologische Betreuung der Betroffenen wird dann finanziell unterstützt, wenn der behandelnde Arzt den Patienten an einen einschlägigen Facharzt überweist. Private Krankenkassen haben sehr unterschiedliche Leistungen und es muss im Einzelfall mit der jeweiligen Kasse geklärt werden, welche Kosten getragen werden.
Nicht alle, die unter dem selben Himmel leben, haben auch den selben Horizont !
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