Uterus-Transplantation geplant

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Uterus-Transplantation geplant

Beitragvon Katrin am 15.01.2007 19:48

Neue Ethik-Diskussion
Uterus-Transplantation geplant

Ärzte wollen erstmals in den USA eine Gebärmutter verpflanzen. Eine solche Transplantation soll Frauen mit Kinderwunsch helfen, die ihren eigenen Uterus durch Krebs, eine andere Krankheit oder auch einen Unfall verloren haben, berichtete die "Washington Post" am Montag. Allerdings wird der geplante Eingriff wegen der alternativen Möglichkeit, Kinder zu adoptieren, von Ethikern als nicht gerechtfertigt kritisiert. Die Deutsche Transplantationsgesellschaft warnte vor dem Risiko, dass die Gebärmutter mit einem darin heranwachsenden Kind abgestoßen werden könnte.

Nach Darstellung der Zeitung würde es sich um den zweiten derartigen Eingriff weltweit handeln. Demnach hatten Chirurgen in Saudi-Arabien einer 26-Jährigen im Jahr 2002 die Gebärmutter einer 46-jährigen Spenderin eingesetzt. Das Spenderorgan musste jedoch nach 99 Tagen wegen Komplikationen wieder entfernt werden.

Jetzt will sich der gynäkologische Onkologe Giuseppe del Priore vom New York Downtown Hospital an das Experiment wagen. Er glaubt nach etlichen erfolgreichen Versuchen an Ratten, Schweinen, Hasen und Rhesusaffen an den Erfolg des Eingriffs bei einer Frau. Die bei der saudischen Patientin aufgetretenen Probleme meint der New Yorker Mediziner durch Transplantation größerer Blutgefäße zusammen mit der Gebärmutter vermeiden zu können.

"Dies ist eine enorm komplexe Operation mit vielen Risiken, bekannten und bisher noch unbekannten, für Mutter als auch das Kind", warnte der Fruchtbarkeitsspezialist Tommaso Falcone von der Cleveland Klinik. Del Priore räumt mögliche Gefahren ein, besteht aber darauf, dass Frauen selbst über das Für und Wider entscheiden sollten.

"Eine solche Operation birgt zahlreiche Risiken", warnte der Generalsekretär der Deutschen Transplantationsgesellschaft, Prof. Bernhard Krämer von der Universität Regensburg. Zum Beispiel müsse das Immunsystem der Empfängerin mit mehreren Medikamenten unterdrückt werden, sagte er am Montag. Damit steige das Risiko von Infektionen. Das sei der Gesundheit eines möglichen Kindes nicht zuträglich.

Zudem müsse das neue Organ gut an die Eileiter und alle übrigen Teile des Körpers angeschlossen werden. "Technisch mag das möglich sein", sagte Krämer. Anders als bei der Transplantation einer Leber oder Niere sei dies aber keine lebenswichtige oder -erhaltende Operation. Zudem gebe es grundsätzlich die Möglichkeit, eine befruchtete Eizelle von einer Leihmutter austragen zu lassen, sagte Krämer. In Deutschland ist eine solche Leihmutterschaft verboten.

Das US-Team will künftige Patientinnen nach dem Eingriff erst einmal drei Monate medikamentös stabilisieren, ihnen dann einen im Reagenzglas (IVF, In-vitro-Fertilisation) befruchteten Embryo einsetzen und das Kind am Ende der Schwangerschaft per Kaiserschnitt zur Welt bringen. Bei dem gleichen Eingriff könnte die transplantierte Gebärmutter wieder entnommen werden, schlägt del Priore vor. Damit müssten die Frauen nicht länger die starken Mittel einnehmen, die die Abstoßung des fremden Organs in ihrem Körper unterdrücken
Nicht alle, die unter dem selben Himmel leben, haben auch den selben Horizont !
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Beitragvon Nalan am 15.01.2007 20:29

die haben ja keine Grenzen :MvT: :schock:
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Beitragvon claudi am 15.01.2007 22:14

ich weiß gar nicht, was ich dazu schreiben soll :schock: :schock: ich finde as unfaßbar.
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Beitragvon Sabine am 15.01.2007 22:25

Hallo!

Also ich kann mir gar nicht vorstellen, dass das reibungslos klappen kann.
Vor allem wegen der Abstoßungsreaktion und der Immunsuppression, der die Frau unterliegt.
Die Ärzte denken hier meiner Meinung nach einfach nicht weit genug.
Was, wenn die Gebärmutter während der Schwangerschaft abgestoßen wird?
Nicht auszudenken!

LG
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Beitragvon anita am 20.01.2007 14:41

Furchtbar und unvorstellbar.
Liebe Grüße Anita mit L&L *04 und M. *05
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Beitragvon Twinmom am 20.01.2007 17:26

Ich mach da mal kein Urteil daraus, denn wenn es klappen würde wärs für viele Frauen die einzige Hoffnung auf ein eigenes Kind.
Wir können kaum nachvollziehen wie schlimm es sein muss, keine eigene Kinder bekommen zu können.
Twinmom
 

Beitragvon Julia am 20.01.2007 22:13

Ich glaube hier wäre für mich persönlich die körperliche Grenze erreicht gewesen.
Ich empfand schon die IVF als Belastung und wie Sabine schon ausgeführt hat kann ich mir nicht vorstellen das das ein gangbarer Weg ist.
Liebe Grüße
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Beitragvon katjuscha am 20.01.2007 22:55

Ich verstehe nicht, was das soll. In den USA ist es doch legal, sich ein "Surrogate" zu suchen - also jemand, der das eigene Kind austrägt. Dann bekommt man ein genetisch eigenes Kind, die medizinischen Risiken sind viel geringer und es ist auch noch günstiger als so eine Transplantation. DAmit riskiert man doch nur sein Leben und das des eigenen Kindes, was die Frauen so verzweifelt wollen? Mal abgesehen davon finde ich, dass wenn ich zu solchen Maßnahmen greifen müßte, um ein Kind zu kriegen, ich auf die Genetik pfeifen und ein Kind adoptieren würde. Schwanger zu sein und eine Geburt zu erleben ist ja nun nicht wirklich nicht der allerwichtigste Teil beim Kinderhaben, so über die Jahre gesehen... :nixwissen:
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Beitragvon K N A P s am 21.01.2007 16:13

Das ist glaub schon etwas heftig. Vorallem kann ich mir nicht vorstellen das Faru (in dem Fall) die seelische Belastung aushält.
Unsere Behandlung war auch schon nicht einfach, auch wenn man es selber gern beschönt und die Anspannung wegredet... ich glaub Körper und Geist spielen hierbei eine große Rolle... das hier geht zu weit. Könnt ich mir für mich auch nicht vorstellen
es grüßen herzlichst
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