Unabsichtlich ohne Nachwuchs

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Unabsichtlich ohne Nachwuchs

Beitragvon Ela&Co am 18.08.2004 21:31

Unabsichtlich ohne Nachwuchs - oftmals nur ein zeitlich begrenztes Problem

Viele Paare beginnen erst, wenn sie sich beruflich ihren Platz erobert haben an Nachwuchs zu denken. Entsprechend alt sind die Mütter bei der Geburt ihres ersten Kindes. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden lag im Jahr 2001 das Durchschnittsalter bei 29,7 Jahren. Eine solche Lebensplanung steht jedoch im Widerspruch zur biologischen Uhr und wird von Experten als einer der wichtigsten Gründe für mangelnde Fruchtbarkeit genannt. Unter Berufung auf Schätzungen aus der Fachwelt berichtet die in Hamburg erscheinende Zeitschrift "Geo", dass in Westeuropa etwa jedes sechste Paar ungewollt kinderlos bleibt.

Tewes Wischmann, Sachbuchautor und Diplom-Psychologe am Universitätsklinikum in Heidelberg, meint dazu: "Die Paare haben jahrelang verhütet und dachten, wenn sie damit aufhören, bekommen sie gleich ein Kind." So wären die meisten von der Tatsache, dass sich der Kinderwunsch oftmals nicht gleich verwirklichen lasse, völlig überrascht. Wird eine Frau innerhalb eines Jahres bei regelmäßigem, ungeschütztem Geschlechtsverkehr nicht schwanger, gilt ein Paar nach Interpretation der Weltgesundheitsorganisation als unfruchtbar. Deutschlandweit sind davon rund zwei Millionen Paare betroffen - zumindest vorübergehend, vermutet Margarita Straub. Sie ist Therapeutin bei der Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen und Familienplanung in Ulm. Ungewollt Kinderlose sollten jedoch spätestens nach einem Jahr einen Gynäkologen und Andrologen* aufsuchen und sich untersuchen lassen, rät sie. "Wenn es solange nicht geklappt hat, ist eine sorgfältige medizinische Diagnostik wichtig."

In solchen Fällen helfen auch gut gemeinte Ratschläge wie "Entspannt euch, dann klappt es schon", nicht weiter. "In über 90 Prozent der Fälle liegen organische Störungen vor", betont der Psychologe Wischmann. Das können Hormonstörungen sein, verklebte Eileiter, Schädigungen des Gebärmutterhalses, blockierte Samenleiter oder zu wenige gut bewegliche Samenzellen. Da Männer und Frauen in gleichem Maße betroffen sind, sollten sich immer beide Partner untersuchen lassen. In vielen Fällen ist nämlich eine Behandlung möglich. Für Anna Imhoff, Ärztin bei Pro-Familia in Krefeld und Köln, spielen seelische Aspekte aber schon eine Rolle. Schließlich beeinflusse die Psyche Zellwachstums- und Stoffwechselprozesse, sagt sie.

Selbst wenn es sich nur um ein vorübergehendes Phänomen handelt, ist der Schock für viele Paare groß. Margarita Straub beurteilt das so: "Für viele ist es das erste Mal im Leben, dass etwas, was sie sich sehr wünschen, nicht klappt." Da seien Ohnmachtsgefühle, Traurigkeit und Wut häufige Reaktionen, wodurch eine tiefe Lebenskrise ausgelöst werden könne. Die ungewollte Kinderlosigkeit zwinge jedoch die meisten Paare zu intensiven Auseinandersetzungen, die sie letztlich zusammenschweißen, sodass sie gestärkt aus der Krise herausgehen.

* Andrologie: Männer(heil)kunde
Liebe Grüße Manuela

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